Weihnachtszeit, Plätzchen- und Geschenkezeit. Und wie das ganze Jahr über wird in den Lichtspielhäusern das ultimative Filmerlebnis angepriesen. Gerade zu dieser Jahrzeit ist der emotional-geprägte Mensch ja nicht nur anfällig für Geldspenden (besonders in den Kaufhäusern seiner Wahl), sondern auch für alles was blinkt, und leuchtet. Die ganze Freakshow mit dem ganzen Lichterwahnsinn ist wohl geschichtlich bedingt. Irgendwie wird wohl zur Weihnachtszeit in uns Gen-geweckt, dass unbedingt den berühmten "Weihnachtsstern" sehen möchte. In der Hoffnung "ein Heller Stern, kommt nur dahin wos auch hell ist", fördern jährlich hundertausende Menschen den Umsatz der Energielieferanten.
Worum es mir aber eigentlich geht, ist die Tatsache dass gerade ich meinem ganz persönlichen Weihnachtsstern "zum Greifen" nahe war, aber diesen nicht zu sehen bekam. Es war vor gar nicht allzulanger Zeit, da begab ich mich zusammen mit ein paar Freunden in ein Lichtspielhaus, oder auch Kino genannt. Die Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis, also das Erscheinen des Weihnnachtssterns, versetzte mich in positive vorweihnachtliche Stimmung. Letztere wurde von mir kurzherhand noch durch die orale Einnahme von köstlichstem Weizen-Saft verstärkt. In positiver Laune betraten wir nun also den Saal, indem bald das Ereignis stattfinden sollte. Jedoch ließ es etwas auf sich warten. Die Verantwortlichen hielten uns mit jedermenge Film-Trailer künstlich hin. - Sogar so sehr, dass wir nach circa 60 Minuten kunterbuntem Werbegnusses von Pralinen wie "Wird immer schlimmer mit der Innländerkriminalität" oder auch (neu:) "Lass Dir nichts reinsingen" das freudige Ereignis gar ganz vergessen hatten. Stattdessen hatten stand nun der Haß auf den Vorführer im Vordergund. Einige von uns waren dem Aufgeben nah, und "drohten" mit sofortigem Verlass des Kinos.
Dann brach es auch in mir aus... Ich verspührte ein dringendes Bedürfnis, und konnte es nichtmehr zurückhalten. So begaben sich also an diesem Abend 2 nichtswissende gutmütige Kinogänger in Richtung Sanitäre-Anlage dieser Einrichtung. Doch kurz vor deren Wiederankufft im Vorführraum erwartete sie etwas, dass sie nicht (mehr) erwartet hatten. Eine große Menschenmenge stand vor den Türen des Saales, und wurde offensichtlich von einer kleinen Mitarbeiterin zurückgehalten. Ich begann sofort logisch, und sinnvoll zu folgern: "Ganz klar, die haben keine Karte..". Mit stolz geschwellter Brust stolzierte ich vom Ende der Schlange bis ganz nach Vorne...

am scheinbaren Höhepunkt dieses Auftritts kam jedoch der Fall. Wir wurden ebenfalls nicht reingelassen. Die Begründung des Personals war zerschmetternd: "Sie können jetzt nicht rein, die Lasershow hat gerade angefangen".
Mir ging ein Licht auf, und meine Körperhaltung sackte in wenigen Sekunden zu einem kompletten Trauerklos zusammen. Trotzdem spielte sich die nachfolgende Szenen wie in Zeitlupe für mich ab. Ich sah zurück in die Menge, und stieß laut ein verärgertes "NEIINNN" aus. Sämtliche Hirnwäscherei der vorangegangenen Filmtrailer waren wie weggeblasen. Die Erinnerung an das ach so wichtige Ereigniss hämmerte sich wie ein Presslufthammer durch die dünne Pappfassade der vorangegangenen Filmtrailer.
DAS WAR ES! MEIN GANZ PERSÖNLICHER WEIHNACHTSSTERN FLOG ALSO VOR (MIR) VERSCHLOSSENEN TÜREN VORBEI.
Dann ging es eigentlich nur noch "Bergab". Das große Ereignis, auf das ich so freudig gewartet hatte...wir durften nicht rein, weil wir zur falschen Zeit das stille Örtchen aufgesucht hatte. ... Aber eigentlich halte ich ja eh nichts von diesem Weihnachts-fanatismus ;-)
Dr.Farbstoff 12/2005